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Geraniol (trans-3,7-Dimethyl-2,6-octadien-1-ol)

Geraniol ist ein Monoterpen-Alkohol und kommt in vielen ätherischen Ölen (Rosenöl, Citronellöl) natürlich vor. Aufgrund seines blumigen Dufts wird es sehr häufig in Duftstoffmischungen und Parfums eingesetzt.

Wie gelangt die Verbindung in den Innenraum

Geraniol gelangt fast ausschließlich durch die Verwendung von Parfums, Raumsprays oder anderen Duftprodukten in die Raumluft. Eine besonders starke Quelle können sogenannte 'Luftverbesserer' sein, Produkte, die gezielt zur Beduftung eines Raums eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Duftkerzen, automatische Duftsprays oder Duftölverdampfer. Geraniol wird teilweise auch in Repellents gegen Insekten und Zecken eingesetzt und kann auf diesem Weg in den Innenraum gelangen.

Mögliche Expositionen

Inhalation (aus der Raumluft); dermale Aufnahme (aus der Raumluft und durch Applikation von bedufteten Kosmetika; Verwendung bedufteter Detergentien); orale Aufnahme (aromatisierte Lebensmittel, auch durch Gewürze wie Lorbeer oder Muskat).
Geraniol gehört zu den 26 Duftstoffen mit allergischem Potential, für die in der EU seit 2003 eine Deklarationspflicht bei kosmetischen Produkten besteht (europäischen Kosmetikrichtlinie; 76/768/EWG)

Raumluft

In Räumen ohne Einsatz von Duftstoffen liegen die Geraniol-Konzentrationen in sehr niedrigen Bereichen. In einer 2010 durchgeführten Studie wurden weniger als 1 µg/ in unbelasteten Räumen gefunden.

Im Fall eines Einsatzes von Raumsprays oder Diffusoren können hingegen  hohe Geraniol-Konzentrationen nicht ausgeschlossen werden. Prüfkammermessungen zeigen, dass Konzentrationen oberhalb von 200 µg/ erreicht werden können. Allerdings hat die Art der Anwendung (Diffusor, Spray, Kerze) und das verwendete Duftstoffgemisch einen wesentlichen Einfluss auf die erreichbaren Konzentrationen.

Im Rahmen der EPHECT-Studie wurden - basierend auf Kammermessungen - Geraniolfreisetzungen in der Größenordnung von 2,8–24 mg/g (bezogen auf den Produktverbrauch) festgestellt.

Hausstaub

Keine repräsentativen Daten verfügbar. Geraniol wird sich aufgrund seines Dampfdrucks kaum im Hausstaub anreichern.

Richtwerte

Keine Richtwerte vom Ausschuss für Innenraumrichtwerte abgeleitet.

Literatur

Rastogi, S.C., Heydorn, S., Johansen, J.D., Basketter, D.A., 2001. Fragrance chemicals in domestic and occupational products. Contact Dermatitis 45, 221–225.

Müller, G. C., Junnila, A., Butler, J., Kravchenko, V.D., Revay, E.E., Weiss, R.W., Schlein, Y., 2009. Efficacy of the botanical repellents geraniol, linalool, and citronella against mosquitoes. Journal of Vector Ecology 34, 2–8.

Pablo Lamas, J., Sanchez-Prado, L., Lores, M., Garcia-Jares, C., Llompart, M., 2010. Sorbent trapping solid-phase microextraction of fragrance allergens in indoor air. Journal of Chromatography A 33, 5307–5316.

Bartzis, J., 2015. On organic emissions testing from indoor consumer products’ use. Journal of Hazardous Materials 285, 37–45.

Context Column

Daten

CAS-Nr.: 106-24-1

Summenformel: C10H18O

Molmasse: 154,3 g/mol

Andere Namen: Geranylalkohol

Aggregatzustand: flüssig

Siedepunkt: 230 °C

Dampfdruck: 20 Pa (20 °C)

Der Name "Geraniol" wird häufig auch für das Gemisch aus E- und Z-Isomer (Geraniol und Nerol) verwendet.